Kulturdenkmal

Das Haus am Wehrsteg ist gemeinsam mit dem Wehrsteg ein anerkanntes Kulturdenkmal.


// the architect – Der Architekt

Architekt des Gebäudes – wie aller Wehrbauten und der dazu gehörigen Funktions-Gebäude des Neckarkanals zwischen Stuttgart und Mannheim – war Paul Bonatz. Als Hauptvertreter der Stuttgarter Schule und einer der bedeutendesten Architekten des Traditionalismus hat Bonatz bereits in diesem Frühwerk seine Formensprache umgesetzt.

Haus am Wehrsteg vom Wehr 2014 06

Der von Bonatz entworfene Stuttgarter Hauptbahnhof (1914-1927):

Der von Bonatz entworfene Stuttgarter Hauptbahnhof (1914-1927)

 

 


// Die Form und ursprüngliche Funktion

Zum Zeitpunkt der Erbauung im Jahr 1930 hatte das Haus am Wehrsteg mit seiner Lage direkt am kurz zuvor befestigten Neckarufer eine Doppelfunktion: Es war einerseits Transformatoren-Station und andererseits Reserve-Kraftstoff-Lager für das dazugehörige Stauwehr.

Dabei war der markante zweigeschossige östliche Turm das Transformatorenhaus.

Mit seinen etwa acht Metern Höhe verfügt es auf der nördlichen Seite über einen kleinen Schutzbau mit auskragendem Dach über den ehemaligen technischen Anlagen. Auf dieser dem Neckar abgewandten Seite befinden sich unter diesem Dachansatz noch gut sichtbar die für die damalige Nutzung obligatorischen Keramikisolatoren.

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Dieser Turmähnliche Teil des Gebäudes war in der Lage, das um 1925 gemeinsam mit dem Neckarkanal errichtete Stauwehr, welches ebenfalls von Bonatz stammt, mit der nötigen Elektrizität zu versorgen. Der langgezogene eingeschossige Teil des Gebäudes dagegen war die so genannte „Reserve-Kraft-Station“. Sie ist gut erkennbar als kleine Halle konzipiert. Im Original-Zustand waren hier keine räumlichen Unterteilungen vorhanden.

Die deutlich sichtbare ehemalige Doppefunktion gemeinsam mit der ambitionierten Formensprache des Architekten mach das Haus zu einem untypischen Vertreter unter den Transformatoren-Stationen. Zudem sind bauliche Details anspruchvoll gestaltet. Die Fenstergitter im Erdgeschoss beispielsweise können stilistisch dem Spät-Espressionismus zugeordnet werden.

 


// Die Umnutzung

Im den vierziger Jahren erfolgten einige nachträgliche Modifikationen auf dem Gelände und am Inneren des Gebäudes. Das Haus wurde seiner ursprünglichen Aufgabe entledigt und als Wohnraum bzw. Wohnhaus eines Wärters für das damals noch nicht auf eine Überquerung durch Fußgänger eingerichtete Stauwehr nutzbar gemacht.

Nach mehreren eher kurzzeitigen Bewohnern (einer von ihnen pflanzte als Wehrwärter zusammen mit seiner Familie die noch immer existierenden Obstbäume im Garten) wechselte das Gebäude im Jahr 1971 den Besitzer und ging vom Bund an die Stadt Heidelberg über. Diese hatte das Areal damals als Erweiterungs- und Grünfläche für die Universität vorgesehen und mit einem baldigen Abriss gerechnet.

Bereits ein Jahr später fand dieses Vorhaben jedoch eine – zunächst temporäre – Wendung. Die Musikerin und Schriftstellerin Eva Vargas trat in Gespräche mit der Stadt und erklärte ihre Bereitschaft zur Nutzung und Miete des Anwesens.


// Heute

Haus am Wehrsteg vom Wehr 2014 06

Heute befinden sich im HAUS AM WEHRSTEG ein Atelier sowie Ausstellungsräume für zeitgenössische Kunst und kunstpädagogische Produkte. Der frühere Transformatoren-Turm wird dabei vom künstlerischen Pächter des Anwesens als Atelier genutzt. Mehr zu den heutigen Inhalten des Künstlerhauses HAUS AM WEHRSTEG finden Sie hier.

Auch der Garten erfährt eine künstlerische Nutzung und wird in diesem Sinne gepflegt und angelegt.


// News – Neuigkeiten

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